CONTENT4ALL – Personalisiertes Fernsehen für Gehörlose

Für Gehörlose ist das herkömmliche Fernsehen kaum nutzbar, sie benötigen eine Übersetzung des Gesprochenen in Gebärdensprache. Die Produktion von Fernsehsendungen mit einem Gebärdensprachdolmetscher ist in der Regel sehr kostenintensiv und wird daher bisher nur durch sehr wenige europäische Fernsehformate angeboten. Im Projekt CONTENT4ALL werden Technologien entwickelt, die helfen werden, gesprochenen Inhalt von Fernsehsendungen automatisiert in Gebärdensprache zu übersetzen. Durch eine fotorealistische 3D-Repräsentation eines Gebärdensprechenden kann der TV-Inhalt personalisiert für den Gehörlosen dargestellt werden, nicht-gehörlose Zuschauer sehen das herkömmliche Fernsehbild. Technologien, die innerhalb von CONTENT4ALL entwickelt werden, sind unter anderem folgende:

  • Die Erzeugung einer realistischen 3D-Repräsentation eines Gebärdensprachendolmetschers sowie die Verbesserung der dahinterliegenden Algorithmen und Modelle.
  • Die Erzeugung eines Datensatzes, welcher eine große Informationsbasis für das automatisierte Lernen für Übersetzungszwecke (gesprochene Sprache in Gebärdensprache) schafft.
  • Beispielhafte Anwendung einer automatischen Übersetzung von gesprochener Sprache in Gebärdensprache, vermittelt durch eine 3D-Repräsentation und personalisierte Fernsehstreams für Gehörlose.

Das Projekt wird durch die Europäische Union im Rahmen des Förderprogramms Horizon2020 unterstützt. Zum Projektteam gehören, neben HFC, die Fincons Group AG, die University of Surrey, das Fraunhofer Heinrich Hertz Institut, die Swiss TEXT AG und VRT Vlaamse Radio- en Televisieomroeporganisatie.

HFC übernimmt im Projekt die nutzerzentrierte Entwicklung der Mensch-Maschine-Schnittstellen und bringt dabei seine Erfahrungen aus Nutzerforschung, User Experience und Barrierefreiheitsthemen ein. Wie bereits in vielen vorherigen Projekten sind wir dabei verantwortlich für den User Experience Ansatz: In mehreren Schleifen tragen wir die Anforderungen aller Beteiligten (u.a. Gehörlose, Fernsehproduzenten) zusammen, übersetzen sie in ein nutzerfreundliches Schnittstellen-Design und testen die Entwürfe hinsichtlich der Verwendbarkeit, Nutzungsqualität und Nutzerakzeptanz.