Studie zum potenziellen Einsatz von VR in der Mensch-Roboter-Interaktion abgeschlossen

Virtual Reality (VR) wird in der Forschung vermehrt als Versuchsumgebung eingesetzt. Dabei stellt sich aber die Frage nach der Generalisierbarkeit der mit VR erbrachten Ergebnisse. Ähneln sich das Erleben und Verhalten von Proband:innen in einer VR Umgebung zu dem unter realen Bedingungen? Lassen sich valide Ergebnisse beobachten und erfassen?

Dieser Frage geht eine Studie von HFC im Rahmen des Begleitforschungsprojekts „Autonome Roboter für Assistenzfunktionen: Interaktive Grundfertigkeiten“ (ARAIG) nach. 30 Proband:innen erlebten in den vergangenen Wochen einen Museumsroboter in einer Kunstgalerie, entweder innerhalb einer VR Umgebung in 3D, als Bildschirmsimulation in 2D oder in einem physisch realen Galerieraum. Der erfolgreiche Abschluss der Studie ermöglicht nun eine vergleichende Auswertung des subjektiven Erlebens und objektiven Verhaltens der Proband:innen zwischen den verschiedenen Versuchsumgebungen.

HFC bedankt sich herzlich bei allen Proband:innen!

Neuer CONTENT4ALL-Fragebogen gestartet!

Wir haben einen neuen Fragebogen entwickelt, um zu testen, wie gut eine automatisierte Übersetzung in Gebärdensprache funktioniert und wie wir sie verbessern können. Dafür haben wir eine hoffentlich spannende Art der Präsentation gewählt. Der Fragebogen ist in DGS/Deutsch verfügbar.

Hinweis: Der Fragebogen war bis 4. August 2020 online und ist nicht mehr verfügbar!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Ihr CONTENT4ALL-Projektteam

INTUITIV Wizard-of-Oz Nutzertests in der Rehaklinik Johannesbad Saarschleife

Im Rahmen des Projektes INTUITIV konnten eine Reihe von Nutzertests erfolgreich abgeschlossen werden. Gemeinsam mit den Partnern vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz DFKI erhielt HFC die Möglichkeit, im realen Kliniksetting des Reha- und Gesundheitszentrums Johannesbad Saarschleife den robotischen Rollator sowie den Roboterarm zur Anreichung von Behandlungsmaterialien einem ersten Praxistests zu unterziehen. Bei diesen Wizard-of-Oz Versuchen, bei denen noch nicht implementierte Funktionen durch einen unsichtbaren Operateur per Fernsteuerung simuliert werden, konnten wichtige Informationen gewonnen und weitere Anforderungen der jeweiligen Stakeholder an die Geräte identifiziert werden. Von besonderem Wert für das Projekt war die Tatsache, dass ausschließlich reale Patientinnen und Patienten mit zum Teil stärkeren Bewegungseinschränkungen befragt wurden, und deren Reaktionen und Erleben in der Nähe der autonom navigierenden Plattformen untersucht werden konnte.

Der erfolgreiche Abschluss der Studien ermöglicht es dem Projekt INTUITIV, die weitere Gestaltung der Klinikroboter und ihres Verhaltens noch menschengerechter und auf die Bedürfnisse der Menschen auszurichten, die mit den Plattformen interagieren und auch koexistieren werden. Wir bedanken uns vielmals bei dem Reha- und Gesundheitszentrum Johannesbad Saarschleife, und insbesondere bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern an der Studie.

Projekt für CADwalk Global abgeschlossen: ESA-Leitwarten-Arbeitsplatz für Satelliten- und Rover-Kontrolle

In einem zukunftweisenden Projekt gestalteten wir in den vergangenen Monaten für die Firma CADwalk Global neue ergonomische Arbeitsplatzkonzepte für die ESA-Satelliten- und Rover-Kontrolloperationen. Dazu gehörte ein neuartiges Arbeitsplatzdesign, das einer zunehmenden Anzahl von Satellitenmissionen gerecht wird, die durch einen Leitwartenoperateur gemanagt wird. Neben der Arbeitsplatzergonomie beschäftigten wir uns auch mit neuen Möglichkeiten der Einrichtung von Kontrollräumen.

Anfang 2020 führten wir bei der ESA in Darmstadt Beobachtungen in zwei Leitwartenräumen durch und sprachen mit den Operateuren. Es folgte eine intensive Entwurfsphase, in der wir zwei alternative Arbeitsplatzgestaltungskonzepte entwarfen. Anschließend führten wir eine – dann schon Corona-bedingt digitale – Fokusgruppe mit ESA-Mitarbeitern durch. Nach der lebhaften Diskussion setzte sich eines der Konzepte durch, welches mehr Flexibilität für die Unterstützung zukünftiger Workshops mit Endnutzern ermöglicht und nun von CADwalk Global umgesetzt wird.

Award für interdisziplinären Beitrag zur MRK Sicherheit

Augen an Robotern sind ein strittiges Thema. Während sie dem freundlichen Blechkumpanen von nebenan gerade den erwünschten Hauch Menschlichkeit verleihen, versucht man derartige Assoziationen im Industriekontext in der Regel zu vermeiden.

Umso reizvoller erschien uns die Idee, einem klassischen Industrieroboter dennoch ein Paar zu verpassen. Nicht, um ihn kumpelhafter zu machen sondern um die Bedienung für den Menschen natürlicher und sicherer zu gestalten. Dazu müssen die Augen zwar nicht sehen, wohl aber gesehen werden können: über seine Blickbewegungen soll der Roboter anzeigen, in welche Richtung sich sein Arm als nächstes bewegen wird. Da Menschen Augenbewegungen mit wenig kognitivem Aufwand erkennen und deuten können, sehen wir darin eine Chance, einen Kommunikationskanal zwischen Mensch und Roboter zu öffnen, der die Sicherheit erhöht. Zur Umsetzung dieser Idee erhielten wir nun das Funding für ein neunmonatiges Forschungs- und Entwicklungsprojekt, in dem wir Interdisziplinarität neu denken möchten: Gemeinsam mit der Ingenieurpsychologie der Humboldt Universität und den Motion-Design-Expertinnen von why do birds wird eine Anzeige entwickelt, die sicher und intuitiv zu verstehen ist und dabei richtig gut aussieht.

Wie verständigen sich Leitwartenoperateure und Beschäftigte in der Anlage im digitalen Zeitalter?

Mit dieser Frage hat sich HFC in Kooperation mit der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in den letzten 2 Jahren intensiv beschäftigt.

In modernen Organisationen verwenden Außendienstmitarbeiter mobile Bildschirmgeräte (Smartphones, Laptops, etc.) nicht nur für die Kommunikation, sondern auch für die Datenerfassung, die Instanthaltung und manchmal auch für Schaltvorgänge. Neue Interaktionssysteme sollten insbesondere für den Außeneinsatz je nach der durchzuführenden Aufgabe ausgewählt werden, denn die Aufgabe und der besondere Arbeitskontext von Außendienstmitarbeitern in Anlagen verschiedener Industriebranchen stellen erhöhte Anforderungen z. B. an die Robustheit, Blendungsfreiheit, Tonqualität, u.v.m. Letztendlich muss mobile Technik den Nutzer in seiner Wahrnehmung, Verarbeitung und Handlungsausführung bestmöglich unterstützen und zur Vermeidung von Fehlern beitragen, denn damit können unter Umständen gesundheitliche Konsequenzen einhergehen.

Um die Gestaltung und Einführung neuer Technologie zu unterstützen, kann unsere speziell entwickelte Checkliste den Praktikern helfen, grundlegende Anforderungen, organisatorische Fragen, aber auch die nutzergerechte Hard- und Softwareauslegung zu beachten. Die Checkliste und die Arbeit im Projekt sind in einem umfassenden Bericht beschrieben, der jetzt unter https://doi.org/10.21934/baua:bericht20191125 verfügbar ist. Zusätzlich haben wir gemeinsam mit der BAuA einen englischsprachigen Artikel über das Projekt und die Checkliste in CHEMICAL ENGINEERING TRANSACTIONS eingereicht, der hoffentlich bis Herbst 2020 angenommen und veröffentlicht wird.

Ihre Meinung ist wichtig!

Online-Umfrage zu Fernsehen mit virtuellem Gebärdensprachdolmetscher

In unserem Projekt CONTENT4ALL wird ein Fernsehstudio entwickelt, das nicht beim Fernsehsender aufgebaut ist, sondern auch an anderen Orten genutzt werden kann (Remote-Studio). Dadurch wird die Arbeit der Gebärdensprachdolmetscher erleichtert, da sie nicht zum Fernsehsender reisen müssen, sondern die Ausstattung des Fernsehstudios auch in ihren eigenen Räumlichkeiten nutzen können. Das neue technische System wird auch die Produktion von Gebärdensprachprogrammen für Fernsehsender in Zukunft einfacher und kostengünstiger machen. Dadurch können mehr Programme in Gebärdensprache angeboten werden. Gehörlose Zuschauer werden die Fernsehinhalte als angereichert mit einer virtuellen 3D-Darstellung des aufgenommenen Gebärdensprachdolmetschers erleben.

Da wir das System so entwickeln möchten, dass es für die Fernsehzuschauer am effektivsten und optisch ansprechendsten ist, möchten wir Sie in der folgenden Online-Umfrage nach Ihrer Meinung fragen, wie ein solcher Inhalt am Fernsehbildschirm optimal gestaltet und räumlich angeordnet werden sollte. Die Umfrage dauert nur ca. 20 Minuten:

c4all.human-factors-consult.de

Bitte leiten Sie diese Mail auch an Ihre Freunde, Vereinsmitglieder und andere Interessierte weiter.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Ihr CONTENT4ALL-Projektteam

Human Factors Evaluation für Jeppesen

Seit 2015 begleitet HFC Jeppesen (A Boeing Company) bei der Entwicklung des neuen Electronic Flight Bag (EFB). Ziel der Human Factors Evaluation war es, die Human-Factors-Eigenschaften des neuen Jeppesen-Produkts zu bewerten. Von besonderem Interesse waren die Auswirkungen auf die Arbeitsbelastung der Flugbesatzung, das Situationsbewusstsein und die Akzeptanz unter realen Flugbedingungen in einem Flugsimulator durch direkten Vergleich verschiedener EFBs.

HFC entwickelte einen umfassenden Human Factors Evaluationsplan nach E-OCVM (European Operational Concept Validation Methodology). Dazu gehören definierte Testhypothesen, ein Validierungsplan, eine Definition von Testvariablen und ein aufwändiges Testdesign. In enger Zusammenarbeit mit der Technische Hochschule Wildau (THW) wurden Echtzeitsimulationen mit internationalen Piloten durchgeführt. Die THW adaptierte ihren A320-Simulator und stellte diesen für die Evaluationen zur Verfügung. Der Evaluationsplan, die Analyse und die Ergebnisse der Bewertung wurden in einem Bericht zur Vorlage bei der EASA angefertigt.

Jeppesen ist Marktführer für Instrumentenflugkarten in der kommerziellen und geschäftlichen Fliegerei. Das Forschungs- und Entwicklungsteams von Jeppesen in Denver, Neu-Isenburg und Gdansk haben branchenführende Produkte für das Electronic Flight Bag (elektronischer Pilotenkoffer), wie das Cockpitassistenzsystem Airport Moving Map entwickelt und auf den Markt gebracht.

Das Video über die Evaluation und das Produkt ist hier zu finden: