Projektbeschreibung
Gerichtete akustische Warnungen zur Erhöhung der Radverkehrssicherheit (SOUNDWARN)
Mit dem wachsenden Anteil des Radverkehrs in deutschen Städten rücken Konflikte an Kreuzungen immer stärker in den Fokus – insbesondere gefährliche Situationen zwischen rechtsabbiegenden Kfz und geradeausfahrenden Radfahrenden. Bisher eingesetzte infrastrukturbasierte Warnsysteme arbeiten meist mit optischen Signalen (z. B. Blinklichtern), die unspezifisch alle Verkehrsteilnehmenden im Umfeld ansprechen. Dies führt zu einer hohen individuellen Fehlalarmrate, Gewöhnungseffekten („Cry-Wolf-Effekt“) und damit sinkender Wirksamkeit. Gemeinsam mit unseren Partnern Fraunhofer HHI und dem DLR e.V. setzen wir hier an und untersuchen, wie gerichtete akustische Warnsignale – erzeugt durch Lautsprecherarrays mit Beamforming – gezielt nur diejenigen erreichen können, die tatsächlich von einer potenziellen Konfliktsituation betroffen sind, ohne Passanten oder Anwohnende unnötig zu stören.
Die HFC Human-Factors-Consult GmbH verantwortet im Projekt insbesondere die wahrnehmungspsychologische Untersuchung und nutzerzentrierte Evaluation der neuartigen Warnstrategie. Hierzu wurde eine immersive VR-Umgebung auf Basis einer realen städtischen Kreuzung aufgebaut, in der Testpersonen typische Verkehrssituationen aus der Perspektive von Radfahrenden, Zufußgehenden und Anwohnenden erleben. Auf Basis der akustischen Simulation bewertet HFC, wie gut unterschiedliche Warnsignale wahrgenommen und als Warnung interpretiert werden. Darüber hinaus wurde untersucht, welches Störpotenzial sie für nicht adressierte Gruppen (insb. Anwohner:innen) haben. Ziel ist es, konkrete Empfehlungen für die Gestaltung der Signale sowie für die Positionierung und Ausrichtung der Lautsprechersysteme abzuleiten, die Kommunen und Herstellern bei der Planung wirksamer, aber möglichst wenig belästigender Warnsysteme unterstützen.
Im Rahmen des mFUND-Programms wurde das Projekt SOUNDWARN gefördert. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie im Projektsteckbrief des BMV.
Das Konsortium



